25.03.2026

Bericht Gut vorbereitet statt kalt erwischt Pädagogischer Tag stärkt Fachkräfte im Umgang mit Krisen

Unter dem Leitgedanken „Vorbereitet statt kalt erwischt – Kitas für und in Krisensituationen stärken und begleiten“ fand am Freitag, den 20. März 2026, ein pädagogischer Tag für die Mitarbeiterinnen und Erzieherinnen der katholischen Kindertageseinrichtungen im PR Anröchte-Rüthen statt.

Das Steuerungsgremium der Katholische Kindertagesstätten im pastoralen Raum Anröchte Rüthen, unter der Leitung von Hildegard Langer, Gemeindereferentin und Pastor Stefan Gosmann, hatten diesen Fortbildungstag in Zusammenarbeit mit der Kitaleitung des Kindergartens St. Josef, Stefanie Schmidt geplant. 50 ErzieherInnen aus allen vier Kitas (St. Josef, Rüthen; St. Marien, Rüthen; St. Clemens, Kallenhardt; St. Marien, Anröchte) nahmen an diesem Tag teil. Veranstaltungsort war die Kapelle am Eulenspiegel in Rüthen, die an diesem Tag Raum für Austausch, Besinnung und fachliche Weiterentwicklung bot.

Bereits ab 8:30 Uhr kamen die Teilnehmenden bei einem Stehkaffee zusammen, bevor der offizielle Einstieg um 9:00 Uhr begann. Eine liebevoll gestaltete Mitte mit Regenbogentuch, Schatzkiste und symbolischen Gegenständen bildete den Rahmen für den Tag. Auf jedem Platz lag eine Kastanie mit einem goldenen Herz – Sinnbild für die persönlichen „Schätze“, die jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer mitbringt: Erfahrungen, Haltungen, Fragen und Hoffnungen.

Im geistlichen Einstieg wurde dieses Bild aufgegriffen. Die Kastanie, unscheinbar und doch wertvoll, stand für die individuellen Ressourcen im Umgang mit herausfordernden Situationen wie Krisen, Sterben und Tod im Kita-Alltag. In einem gemeinsamen Ritual legten alle ihre Kastanien in eine zentrale Schatzkiste – als Zeichen dafür, dass jede Erfahrung zählt und der gemeinsame Austausch stärkt.

Ein sogenanntes Positionierungsspiel ermöglichte es den Teilnehmenden, sich aktiv einzubringen und ihre bisherigen Erfahrungen mit Krisensituationen sichtbar zu machen. Anschließend führten die Referenten Hildegard Fisch und Thomas Thiesbrummel von Horizontas in ihre Arbeit ein. Sie berichteten eindrucksvoll aus der Praxis der Trauerbegleitung und zeigten auf, wie Kinder und Familien in belastenden Lebenssituationen unterstützt werden können.

Nach dem Mittagessen wurde der Blick in die Praxis vertieft. In Gruppenarbeit entwickelten die Teilnehmenden anhand konkreter Fallbeispiele Notfallpläne und sogenannte „Timelines“, um im Ernstfall strukturiert und handlungssicher agieren zu können. Die Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt und gemeinsam reflektiert.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf präventiven Ansätzen. So wurde unter anderem ein möglicher „Trauerkoffer“ vorgestellt – eine Sammlung von Materialien, die individuell auf die Bedürfnisse eines Kita-Teams abgestimmt werden kann. Zudem wurde betont, wie wichtig es ist, Themen wie Abschied und Trauer bereits im Alltag der Kinder zu integrieren, etwa durch Bilderbücher im freien Spiel.

Am Nachmittag rundete eine Abschlussrunde den Tag ab. Die Teilnehmenden nahmen ihre Kastanien wieder aus der Schatzkiste und reflektierten, welche „Schätze“ sie aus dem Tag mitnehmen: neue Perspektiven, Impulse aus Gesprächen oder das Gefühl, mit schwierigen Themen nicht allein zu sein.

Mit einem kurzen geistlichen Abschluss und einem klaren Impuls für die Weiterarbeit in den Teams endete die Veranstaltung gegen 16:00 Uhr. Die Organisatorinnen ermutigten die Teilnehmenden, die Inhalte des Tages in den kommenden Teamsitzungen weiter zu vertiefen und konkrete Handlungsstrategien zu entwickeln.

Die mitgenommene Kastanie bleibt dabei als kleines Symbol: für die eigenen Stärken, für das gemeinsame Lernen – und für die Gewissheit, dass auch in herausfordernden Zeiten wertvolle Schätze im Miteinander entstehen können.